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Hello World! codebar stellt sich vor.

Computerprogramme werden vielfach in fernen Ländern entwickelt, nicht aber bei codebar. Hier gibt es «Software made in Basel». Wir haben Sebastian Fix, den Geschäftsführer dieses Start-ups, nach der Idee dahinter gefragt.

Christine WaeltiChristine Waelti - vor 7 Monaten

Sebastian, du bist Softwareentwickler. Wie bist du zu diesem Beruf gekommen?

Eigentlich auf eher unkonventionelle Weise. Zwar habe ich Wirtschaftsinformatik studiert und währenddessen auch Programmierunterricht gehabt. Aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich dabei ziemlich durchgewurstelt habe. Programmieren gelernt habe ich nämlich erst mitten im Studium und das komplett autodidaktisch, denn ich kam auf die Idee, ein eigenes Software-Projekt zu realisieren. Ausschlaggebend dafür war, dass ich immer wieder in Kontakt gekommen bin mit Software, insbesondere im Business-Bereich, die weder nutzerfreundlich noch intuitiv ist. Meine Motivation war schon damals, es besser zu machen – und ist es bis heute geblieben.

Mit codebar hast du deine eigene Firma gegründet. Wieso hast du dich dazu entschieden, dich selbstständig zu machen?

Wie bereits erwähnt, ist die Idee zu meinem ersten Software-Projekt während meines Studiums entstanden. Ein Studienfreund und ich wollten damals gemeinsam eine Plattform für eine digitale Immobilienverwaltung lancieren. Wir haben mit dieser Idee sogar am Entrepreneurship-Modul der FHNW teilgenommen. Irgendwann kamen wir aber an einen Punkt, wo wir feststellen mussten, dass das Ganze nicht wirtschaftlich betrieben werden konnte – auch weil wir damals keine eigene Immobilienverwaltung im Rücken hatten, auf deren Erfahrungswerte und Anforderungen wir uns stützen konnten. Zwischenzeitlich war ich deshalb auch wieder angestellt, habe mich nebenbei aber stets mit weiteren Softwareprojekten befasst, die nichts mit der Immobilienbranche zu tun hatten. Dass ich dann auf die Fibonacci AG gestossen bin, welche an einer ähnlichen Idee arbeitet, wie wir sie im Studium verfolgt haben, war ein echter Glücksfall. Die Zusammenarbeit mit ihr hat es mir ermöglicht, codebar in der heutigen Form aufzubauen.

Was sind die Stärken von codebar, wie hebt ihr euch von der Konkurrenz ab?

Bei uns dreht sich alles um die Schnittstelle zwischen tollen Ideen und ihrer technischen Umsetzung. Eines der grössten Probleme bei IT-Projekten ist, dass kaum jemand die Zeit und das Geld aufwenden möchte, um vor der Realisierungsphase die eigentlichen Anforderungen aufzunehmen. Die allermeisten beginnen umgehend mit der Umsetzung, und das leider oftmals komplett an den Bedürfnissen vorbei. Letztlich kommt das Ganze dadurch aber deutlich teurer, weil im Nachhinein Vieles überarbeitet werden muss. codebar kann da Hand bieten: Wir sind prädestiniert für dieses sogenannte Requirements Engineering. Denn wir verfügen über das nötige Backgroundwissen, um zu verstehen, was dabei jeweils matchentscheidend ist – sowohl beim Programmieren als auch in puncto Projektmanagement. Deshalb können wir Konzepte so erstellen, dass sie sich im Anschluss auch verwirklichen lassen. Ein enorm wichtiges Kriterium ist für uns die Wirtschaftlichkeit, denn unsere Lösungen sollen den Kundinnen und Kunden einen echten Mehrwert bieten.

Wie muss ich mir deinen Arbeitsalltag vorstellen?

Stressig (schmunzelt). Momentan bin ich noch sehr stark involviert ins operative Geschäft. Dabei kümmere ich mich um die Konzeption, zeichne Mock-ups, bin permanent im Austausch mit den Entwicklern und den Kunden. Dazu kommt das ganze Administrative, um das ich mich als Geschäftsführer auch kümmern muss.

Wagen wir einen Blick in die Kristallkugel, wie wird es weitergehen – mit codebar und mit dir?

Mir ist bewusst, dass es schwierig sein kann, im eigenen Geschäft Verantwortung abzugeben. Aber nichtsdestotrotz planen wir, das Team von codebar zu vergrössern, was automatisch dazu führen wird, dass ich nicht mehr so stark in sämtliche Vorgänge involviert bin. Momentan suchen wir einen Backend-Entwickler mit 80 bis 100 Stellenprozenten. Wenn du mich nach der Vision für codebar fragst, würde ich mir wünschen, dass wir in der Schweiz zu einer Anlaufstelle in der Entwicklung werden, insbesondere bezüglich des Laravel-Frameworks, mit dem wir am meisten arbeiten. Meiner Meinung nach gibt es hierzulande im internationalen Vergleich nämlich noch viel Luft nach oben, was das Programmieren anbelangt. Ich erhoffe mir, dass codebar dazu beitragen kann, diese Lücke dereinst zu schliessen.